Betrifft Kinder

  • Increase font size
  • Default font size
  • Decrease font size

Auf der Suche nach Kleintieren in Tümpel und Bach

Wasser besitzt für Kinder stets eine große Anziehungskraft und Faszination. Ein Ausflug an einen Bach oder einen kleinen Tümpel bietet aber noch eine zusätzliche Attraktion, denn ein wenig Aufmerksamkeit und Glück genügen, um dort verschiedene Kleinlebewesen kennenzulernen und mehr über den betreffenden Naturraum zu erfahren – ein Experiment ganz eigener Art und eine der besten Gelegenheiten, Kindern die Natur nahezubringen.

 

Kleinlebewesen und Wasserqualität

Tümpel, Seen, Bäche und Flüsse sind immer auch Lebensräume für eine Vielzahl verschiedener Tiere. Im Gespräch mit Kindern fällt da natürlich sofort das Stichwort Fische. Doch sind es vor allem Lebewesen wie Kleinkrebse, Wasserschnecken und zahlreiche Insektenarten (einschließlich ihrer Larven), die dort zu Hause sind. Meist leben diese Tiere verborgen im kiesigen oder schlammigen Gewässerboden, zwischen allerlei Wasser- und Sumpfpflanzen, aber auch an Steinen und Holzstücken.

Viele dieser Organismen bevorzugen eine ganz bestimmte Wasserqualität. Nicht selten sind sie sogar darauf angewiesen, dass etwa der Sauerstoffgehalt des Wassers einen gewissen Wert nicht unterschreitet, die Verschmutzung durch Chemikalien nicht zu hoch ist und einzelne Nährstoffe in ausreichender Menge im Wasser enthalten sind. Aus diesem Grund lassen sich solche Organismen auch als Bioindikatoren ansehen, mit deren Hilfe der Verschmutzungsgrad eines Gewässers bestimmt werden kann. Das ist aber etwas für ältere Kinder, während es bei jüngeren darauf ankommt, solche Tiere erst einmal entdecken und beobachten zu können – eine spannende und interessante Aufgabe.





Das Experiment

Der Ort, an dem Kinder eine erfolgreiche Suche nach Wassertieren starten können, sollte gut gewählt sein: ein Tümpel oder Teich mit flachen, teilweise bewachsenen Uferzonen oder ein kleiner, nicht allzu rasch fließender Bach mit guter Zugänglichkeit. Auch die Jahreszeit spielt eine Rolle: am günstigsten sind die Sommermonate ab etwa Mai.

Am Gewässer angekommen werden in einer kleinen Vorbesprechung mit Kindern zunächst die wichtigsten Punkte besprochen: wo man am besten ans oder ins Wasser kommt und wie man den Käscher nutzt. Vor Beginn der Suche sollten die Kinder jedoch die mit- gebrachten Schalen oder Schüsseln mit Wasser füllen, damit die später gefangenen Tiere sofort wieder in Wasser gesetzt werden können. Wichtig ist auch, die Kinder darauf hinzuweisen, dass sie diese Tiere möglichst nicht direkt anfassen sollten, weil das Risiko sehr hoch ist, dabei diesen meist sehr zarten Organismen Verletzungen zuzufügen. Dreht man den Käscher aber über dem mit Wasser befüllten Sammelgefäß um, kann man das Netz von seiner Außenseite her in das Wasser drücken und die betreffenden Tiere schwimmen sich sofort wieder frei.





Je nach Situation und Alter der Kinder kann es sinnvoll sein, kleine Gruppen zu bilden. Aber gerade bei einer altersgemischten Kindergruppe ergibt sich ohnehin meist rasch, wer mit wem gerne zusammenarbeitet oder wer vielleicht am liebsten allein auf die Suche geht – oder es vielleicht auch nur genießt, am oder im Wasser zu sein ...


Herbert Österreicher ist Diplom-Ingenieur und Magister artium. Er plant und gestaltet Außenanlagen und Gärten von Kindereinrichtungen. Darüber hinaus führt er Seminare und Exkursionen zu verschiedenen Bereichen der Umweltbildung durch und ist als Autor für Fachzeitschriften und Verlage tätig. 

Kontakt
www.kinderfreiland.de

Den vollständigen Beitrag und weitere Artikel zum Thema können Sie in unserer Ausgabe Betrifft KINDER 07-08/18 lesen.


  Zurück zur Übersicht